Auf der Straße durchs Havelland

Diese Tour ist sowohl für Auto- und Motorradfahrer als auch für Wohnmobilisten attraktiv, die auf ruhigen Neben­strecken die schöne Havellandschaft und märkische Dorfkirchen aus verschiedenen Epochen und Stilen entdecken möchten. Sie führt als Nebenroute von Brandenburg an der Havel auf der westlichen Flussseite vorzugsweise auf kleineren Landstraßen in die Hansestadt Havelberg. Um die abseits dieser Strecke liegenden Standorte während der BUGA 2015 zu erreichen, werden über kurze Wege Abstecher nach Premnitz, Rathenow und Stölln vorgeschlagen, die mit weiteren interessanten Kirchen aufwarten.

Kirchenweg Auto

Lassen Sie Ihr Auto zunächst für eine Weile stehen und entdecken Sie die Wiege der Mark Brandenburg an der Havel auf dem ausgeschilderten Stadtrundweg, der Sie durch die drei historischen Stadtkerne Altstadt, Neustadt und Dominsel führt. Ein guter Ausgangspunkt dafür ist der Neustädtische Markt. Jeder dieser Stadtkerne wartet mit einer eignen Kirche auf, die Altstadt mit St. Gotthardt, die Neustadt mit St. Katharinen und die Dominsel mit dem Dom St. Peter und Paul. Am Rande der Altstadt ist auch die kleine romanische Kirche St. Nicolai und in der Neustadt die katholische Kirche Heilige Dreifaltigkeit einen Besuch wert.

Übernachtung: Unterkünfte in verschiedenen Kategorien und für verschiedene Ansprüche
Gastronomie: zahlreiche Restaurants, teilweise direkt am Wasser

Über die B1 geht es zunächst Richtung Genthin in das Fischerstädtchen Plaue, das Sie mit seiner ursprünglich spätromanischen Kirche aus dem 13. Jh. empfängt. Kunsthistorisch bedeutsam ist die Kirche wegen ihrer restaurierten Wandmalereien des 15. und 16. Jahrhunderts.

Übernachtung: zahlreiche Unterkünfte verschiedener Kategorien, Campingplatz Plaue‐Margarethenhof
Gastronomie: zahlreiche Restaurants in beiden Orten, teilweise direkt am Wasser

Weiter auf der B1 liegt linkerhand Woltersdorf, dessen Kirche 1826/27 in nur zwei Jahren Bauzeit errichtet wurde. Sie ist nicht wie die meisten Kirchen mit dem Blick nach Osten gebaut, sondern in Nord–Süd–Richtung.

Gastronomie: vorhanden

In Neubensdorf biegen Sie rechts Richtung Altbensdorf ab. Die hiesige mittelalterliche Kirche brannte zu Beginn des 19. Jahrhunderts ab und wurde von den Dorfbewohnern wieder aufgebaut.

Übernachtung: Landgasthof Vehlen
Gastronomie:
Gasthöfe in Bensdorf und Vehlen

Weiter geht es auf der L96 Richtung Norden nach Knoblauch und Nitzahn. Die Fachwerkkirche in Knoblauch stammt aus dem frühen 18. Jh. und kann nur von außen besichtigt werden. Die Nitzahner Kirche erhielt ihre heutige barocke Gestalt im 17. Jh., ist im Innern jedoch schlicht und klassizistisch geprägt.

Übernachtung/Gastronomie: Pension mit Restaurant (Nitzahn)

In Milow treffen Sie wieder auf die Havel, bleiben jedoch weiter auf der L96 auf der linken Havelseite. Die Kirche ist ein Fachwerkbau mit reicher Ausstattung an Bildern. Sehenswert im Ort ist auch die Ausstellung im Naturparkzentrum Westhavelland über den Lebensraum Havel und das Projekt der Havelrenaturierung.

Übernachtung: Jugendherberge, Privatunterkünfte, Gasthof
Gastronomie: mehrere Gaststätten
Tipp 1
Nicht nur während der BUGA 2015 ist von Milow ein Abstecher zum BUGA‐Standort Premnitz (3 km) empfehlenswert. Hier finden Sie die evangelische und die katholische Kirche entlang der Alten Hauptstraße.

Weiter führt die Straße entlang der Havel über Bützer und Böhne mit ihren schlichten aber schönen Dorfkirchen nach Steckelsdorf. Hier empfängt Sie eine Dorfkirche aus dem Jahr 1822 die über ein vollständig erhaltenes Inventar verfügt.

Übernachtung: Ferienwohnung und Pension in Bützer, Campingplatz mit Ferienhäusern in Steckelsdorf
Gastronomie: Gaststätte in Bützer, Restaurant & Eiscafé in Steckelsdorf
Tipp 2
Von Steckelsdorf über die B188 empfiehlt sich ein Abstecher (3 km) in die Optikstadt Rathenow. Sie wird 2015 ebenfalls BUGA‐Standort sein. Hier begrüßt Sie schon von weitem die Stadtkirche St. Marien-Andreas auf dem Kirchberg, unweit davon auf dem Weinberg steht die Auferstehungskirche. Die katholische Kirche St. Georg ist ebenfalls sehenswert. Interessant sind in Rathenow zudem das Optikindustriemuseum, das Optikdenkmal und natürlich der Optikpark.
Tipp 3
Ein zweiter lohnenswerter Abstecher von Steckelsdorf führt über Buckow (bei Großwudicke) und Großwudicke wieder auf die L96. Die Feldsteinkirche in Buckow ist ein Bau aus dem 13. Jh. mit einer Mauerstärke von 1,10 Metern. In Großwudicke überrascht die Kirche als ein achtseitiger barocker Zentralbau.

Am Steckelsdorfer See entlang führt die L96 weiter in nordwestlicher Richtung in den Erholungsort Schollene. Die im neogotischen Stil gehaltene und erstaunlich große Dorfkirche ist ebenso einen Abstecher wert wie die idyllisch gelegene Bockwindmühle oder die Aussichtspunkte rund um den gleichnamigen See. Unweit der Kirche gibt es einen schönen Rastplatz an einem Nebenarm der Havel.

Übernachtung: mehrere Privatunterkünfte
Gastronomie: Gaststätte im Ort

Wenn Sie es zeitlich einplanen können empfiehlt es sich, die wegen ihrer detailreichen Backsteinfassaden besonders schöne Kirche auf dem Hügel in Molkenberg gegen 18 Uhr anzusteuern. Dann kann man bei einem Blick auf die Havel das bemerkenswerte Abendgeläut dieser Kirche hören.


Übernachtung: Jugendbegegnungsstätte

Gastronomie: nicht vorhanden

Über die zur Region Elb‐Havel‐Winkel zählenden nächsten Ortschaften folgt die L96 weiter dem Flusslauf der Havel. Jede der Dorfkirchen hier ist eine Besonderheit. Zuerst passieren Sie die Dorfkirche in Rehberg. In der Kirche zu Warnau, die 1841 erbaut wurde findet sich ein besonderes Eichengestühl von hoher Qualität. Die achteckige Fachwerkkirche in Garz stammt von 1688 und ist ein komplett schiefes Gebäude.

Tipp 4
Über die L17 lohnt sich ein Abstecher (15 km) zum BUGA‐Standort Stölln. Zuerst erreichen Sie das Künstlerdorf Strodehne. Sehenswert ist hier das Backsteinensemble aus großer Dorfkirche, Mühle, Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. Weiter auf der Landstraße gelangen Sie in die kleine westhavelländische Stadt Rhinow. Der Kern der dortigen Kirche entstand bereits um 1300. Der Ort Stölln, bekannt durch die Flugversuche Otto Lilienthals, begrüßt Sie mit der „Lady Agnes“, einem Flugzeug vom Typ IL62, das auf dem Gollenberg thront. Die Kirche ist dank ihrer schönen historischen Inneneinrichtung besonders sehenswert. Ihr gegenüber befindet sich das Lilienthal-Centrum.

In Kuhlhausen steht eine klassizistische Saalkirche nach dem Vorbild Schinkelscher Idealentwürfe, erbaut 1825-1830. Eine neogotische Backsteinkirche von 1874 erwartet Sie in Jederitz.

Übernachtung: Fischerstube Warnau, mehrere Privatunterkünfte in Garz und Kuhlhausen
Gastronomie: Fischerstube Warnau, Hafengaststätte Garz, Gaststätten in Kuhlhausen und Domkrug in Jederitz

Ihre Fahrt endet am Zusammenfluss von Havel und Elbe in der Hansestadt Havelberg. Hier sind ein Besuch des Doms St. Marien sowie der schönen Altstadtinsel mit ihren romantischen Fachwerkhäusern und der Kirche St. Laurentius unbedingt empfehlenswert.

Übernachtung: Unterkünfte in verschiedenen Kategorien und für verschiedene Ansprüche
Gastronomie: zahlreiche Restaurants, teilweise direkt am Wasser

Länge

77 km

Dauer

1–2 Tage

Kirchen

23 in 18 Orten
Alle Kirchen an der Tour

Kartenempfehlung

Karten‐Set Naturpark Westhavelland (Nord und Süd), Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg

Naturschutz

Um die unberührte Natur zu schützen, beachten Sie bitte die Regeln in den Schutzgebieten. So ist u. a. das Betreten der Ufer in den Naturschutzgebieten entlang der Havel nur an den Naturbadestellen erlaubt, Zelten und offenes Feuer nur auf den ausgewiesenen Biwakplätzen.